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Fhenirr/Ragnajin
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Verfasst: Mo 27. Apr 2009, 09:04 |
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Registriert: Sa 5. Jul 2008, 08:45 Beiträge: 496 Wohnort: Augsburg
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Ein wolkenloser Frühlingstag ging vorüber. Die späten Vögel grüßten bereits die Nacht, als die Sonne sich aus dem Wald zurückzog. Aus der ferne schallte Hufschlag von mindestens zwei Pferden und näherte sich beständig. Auch war ein Fuhrwerk zu vernehmen, das auf dem Waldweg ächzte und immer wieder Äste brach und Steine streifte. Nach einer Weile ein Lichterschein. Zwei Laternen die in der eingetretenen Dunkelheit tanzten und schwankten. Sie waren über der offenen Kutscherbank befestigt, getragen von zwei Fremdartig wirkenden gedrehten Geweihen die von der fast pechschwarzen Kabine aus emporragten, jedes mannshoch. Die Konstruktion weitete sich nach oben hin vom Fahrwerk aus. Das ganze erinnerte etwas an ein Boot mit sehr tiefem Rumpf auf Rädern. Es schien als hätte die Kabine keinerlei Fenster, sondern lediglich Schießscharten über Augenhöhe, zwei an jeder Seite. Die hölzernen Flanken wurden von Schnitzereien verziert. Sie zu erkennen war es bereits zu dunkel und die flackernden Lichter in den Laternen machten es unmöglich die Motive auszumachen. Die Kutsche hielt ungefähr fünfzig Schritt von der Hütte entfernt. Zwei Zugpferde, das eine ein Fuchs, das andere ein Schimmel waren vorgespannt. Die Deichsel wirkte viel zu lang und zu hoch angebracht, als wäre sie nicht für Pferde konstruiert worden. Sie machte einen Bogen nach oben hin, nun lag sie zu flach auf. Auch die Geschirre schienen mehr notdürftig daran befestigt. Selbst nach mehr als einer Minute im völligen Stillstand flackerten die beiden Laternen weiter, schwankten und verdrehten sich ab und an als hätten sie ein Eigenleben in sich. Der Kutscher warf etwas über die abgewandte Linke. Sie schien sich zu beruhigen. Der Mann, in Menschengröße sprang von der Bank. Er trug einen knöchellangen Lederumhang mit Kapuze und feste Stiefel. Seine Hände waren frei und auch das mehrere Tage nicht rasierte Kinn war zu erkennen. Zu seiner linken hing etwas unter dem Umhang am Gürtel befestigt, hell und an Knochen erinnernd. Auch Metall blitze im nun schwächeren Licht daran auf. Es war wie eine Peitsche gerollt. Er zog seinen Mantel zu nachdem er auch die zweite Laterne überdeckt hatte, die Hände darunter verborgen und machte die ersten Schritte auf die Hütte zu. Sein Gang wirkt ruhig und gelassen. Es breitete sich langsam ein Duft aus, den man sonst nur riechen konnte wenn ein starker Regenfall aussetzt und der Wald durchnässt vor einem lag. Alles war trocken.
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Verfasst: Mo 27. Apr 2009, 09:04 |
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Maylara
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Verfasst: Mo 27. Apr 2009, 16:30 |
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Registriert: Di 8. Jul 2008, 19:54 Beiträge: 330 Wohnort: Bitterfeld-Wolfen (S-A)
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Die Hütte war nur mager beleuchtet, außen vorm Eingang fanden sich einige kleinere Bodenlaternen mit Teelichtern darin, sodass man gerade so den Pfad ausmachen konnte, der zum Gebäude führte. Innen flackerten Laternen, welches die außen am Häuschen befestigten Figuren, wohl Abbilder Hexen, Kreaturen und einige mysteriöse Stoffpuppen, ins rechte Licht rückte. Das winzige Fenster neben der Eingangstür war vollgestopft mit ebensolchen Figuren, gepaart mit Krügen, Kräutern und einem Paar Augen. Letztere rollten nervös von links nach rechts, fixierten kurz die Tiere vor dem Gefährt und dann den entstiegenen Kutscher, welcher sich nun näherte. Ob das schon wieder Räuber waren? Die letzten hatte sie erfolgreich in die Flucht geschlagen, einen mit einem Besen, den anderen zuvor mit einer Hand voll Reis, die ihn genau am Kopf traf und ihn ins Reich der Träume schickte. Doch Reis und überhaupt Nahrung war knapp geworden, den hier würde sie nicht auch noch damit bewerfen können. Hoffentlich war es nur ein Bote aus der Stadt. Vielleicht einer, den Sir Pelindur geschickt hatte? Kein hübscher, wahrlich, aber der alte Knabe konnte sich wohl auch nicht mehr die besten Boten leisten. Vielleicht war es aber auch nur ein Wanderer, der Gebrauch von ihren Fähigkeiten als Wahrsagerin machen wollte. Das Paar Augen schwebte hinfort. Die kleine, in warme Lumpen gepackte Frau schlich sich hinter die Eingangstür und brachte sich in Position. Just bevor er klopfen würde, würde sie die Tür öffnen. Das allein machte sicher schon Eindruck! Mal sehen was der gute Herr denn wollte...
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Fhenirr/Ragnajin
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Verfasst: Mo 27. Apr 2009, 17:00 |
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| Administrator |
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Registriert: Sa 5. Jul 2008, 08:45 Beiträge: 496 Wohnort: Augsburg
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Der Kutscher sah sich nochmals zu den Seiten um, ging dann auf die Hütte zu. Der Umhang zu schwer um auf zu wehen, gab doch noch ein wenig mehr der Kleidung darunter Preis. eine Weste aus Schuppen, Handgroß jede einzelne und abgewetzt. Von einem wohl großen Tier in sehr dunklem Grün und eine sehr Weite Bundhose, in die Stiefel gesteckt und bis zum Knie zusammengebunden mit Lederbändern. Wortlos nähert er sich der Tür, wendete sich dann nochmal der Kutsche zu als er direkt vor der Hütte stand. Alles ruhig. Er hebte die flache Hand um an zu klopfen, mit einem tiefen Atemzug, begleitet von einem leisen Zischen.
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Maylara
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Verfasst: Di 28. Apr 2009, 16:43 |
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Registriert: Di 8. Jul 2008, 19:54 Beiträge: 330 Wohnort: Bitterfeld-Wolfen (S-A)
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Exakt in dieser Sekunde öffnete sich die Tür. Der Blick des Mannes fiel in ein von Wärme erfülltes, staubiges Zimmerchen. Ein Geruch von Weihrauch dünstet dem Kutscher entgegen. Die Inneneinrichtung war spärlich, gerade mal ein Bett, ein Tisch mit zwei Stühlen und ein Schrank fanden sich darin. Und unzählige Tonnen an Dekoration. Die Dame des Hauses fiel erst auf den zweiten Blick auf, denn sie lugte gerade mal mit den Augen hinter der Tür hervor, um nun den Gast mit krächzender Stimme zu begrüßen. "Guten Tag, guten Taaag! Nur herein spaziert, mein Herr! Wieee kann ich Euch dienen?" Sie sprach mit einem Dialekt, der leicht an die Zigeuner vermutet, die manchmal durch die Ländereien ziehen.
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Fhenirr/Ragnajin
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Verfasst: Di 28. Apr 2009, 16:58 |
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| Administrator |
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Registriert: Sa 5. Jul 2008, 08:45 Beiträge: 496 Wohnort: Augsburg
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Der Mann zog die Hand zurück an seine Kapuze um die überraschende Öffnung der Tür zu überspielen. Er hob sie leicht an und gab einen Blick auf seine stahlblauen Augen Preis. Ein Mensch mittleren Alters, vielleicht vierzig oder ein wenig mehr. Seine Stirn war noch nicht zu sehen dennoch schimmerte seine Haut an der rechten Schlefe auffallend im Kerzenschein. Eine Haarsträhne fiel ebenso ins Gesicht, er hatte augenscheinlich langes dunkelblondes Haar unter dem Leder. Aus der Nähe wurde der Geruch nach Regen noch ein wenig intensiver, nicht störend aber nun deutlich von ihm ausgehend. Er war trocken. Auf ihre Einladung hin sprach er mit tiefer Stimme: "Nyvra Wi´Der, ich ersuche Bleibe für eine Nacht, so ich der erste Gast heute Abend bin. So ist es brauch in Nyvrahall. Mein Name ist Grewjin." Sofern sie ihn ließe, war er wohl gewillt einzutreten und sich umzusehen.
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Maylara
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Verfasst: Mi 29. Apr 2009, 14:27 |
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Registriert: Di 8. Jul 2008, 19:54 Beiträge: 330 Wohnort: Bitterfeld-Wolfen (S-A)
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Die (unter der Schminke) noch jung scheinende Frau blinzelte. Offensichtlich ein Denkvorgang, der mehrere Sekunden in Anspruch nahm und ihr nicht erlaubte, zwischenzeitlich zu reden. Nochmals musterte sie den Fremden vor sich. Abgeneigt schien sie nicht, misstrauisch aber schon. Kein Wunder, wenn man in den Zeiten schlechter Ernte plötzlich ständig "Besuch" bekam, der nicht seine Zukunft wissen wollte, sondern anderes im Kopf hatte. "Werr schickt Euch, Mann? Ihr scheint kein Gesandter der Stadt zu sein..." Die Tür stand weiterhin offen, doch die Hausbesitzerin regte sich nicht und gab keinerlei Zeichen, das als Antwort auf sein Ersuchen hätte dienen können.
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Fhenirr/Ragnajin
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Verfasst: Mi 29. Apr 2009, 15:02 |
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| Administrator |
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Registriert: Sa 5. Jul 2008, 08:45 Beiträge: 496 Wohnort: Augsburg
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Grewjin betrat die Türschwelle. "Ich bin auf dem Weg zu Pelindur. Wer mich schickt ist erst von Belang wenn ihr mir helfen könnt oder mir eine Bleibe anbietet" entgegnete er ihr selbstsicher, während er die Kapuze nun vollends nach hinten zieht. Seine rechte Stirnseite war bedeckt von kleinen Schuppen, einer Schlange gleich und blau schimmernd. Es machte eher einen erhabenen als einen bedrohlichen Eindruck, gerahmt von den dunkelblonden leicht lockigen Haaren. "Ich bezahle euch notfalls, wenn ihr darauf besteht. Sagt mir nur was ihr haben wollt...", fügte er an.
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Maylara
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Verfasst: Mi 29. Apr 2009, 15:12 |
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Registriert: Di 8. Jul 2008, 19:54 Beiträge: 330 Wohnort: Bitterfeld-Wolfen (S-A)
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Auf seine Antwort hin runzelte sie nur die Stirn und gab ein leises "hrn" (also einen leicht grummeligen, räselnden Laut) von sich. "Ja ja, kommt rein... von mir aus." Sie musterte den Fremden, Grewjin, nochmals. "Also, Ihr wollt zu Pelindur, Herr Gremlin, und was wollt Ihr von Pelindur? Sah den alten Knaben länger nicht, ist er denn wohlauf?" Sie deutete mit einem Kopfnicken, dass er hinein gehen sollte und würde, sobald er dies tat, die Tür hinter ihm schließen. In diesem Zuge atmete sie tief ein, um den Geruch des Regens, der ihr vertraut und lieb war, kurzzeitig zu genießen. Die Kerle von "draußen" hatten scheinbar sehr nette Duftwässerchen, die einheimischen rochen vorwiegend nach Schweiß...
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Fhenirr/Ragnajin
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Verfasst: Mi 29. Apr 2009, 15:27 |
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| Administrator |
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Registriert: Sa 5. Jul 2008, 08:45 Beiträge: 496 Wohnort: Augsburg
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Beim eintreten sah er sich nochmals um, stellte sich mitten in die Hütte. "Ich weiß nicht wie es ihm geht, ich kenne ihn nicht. Ich habe etwas bei mir das ich überbringen soll." Der Kutscher betrachtete die Figuren am Fenster genauer, fasste aber nichts an. "Es ist von einem Freund und sehr wertvoll. Erschreckt euch nicht sollte es etwas lärmen, fasst jemand die Kutsche an... da drin ist es sicher. Ihr kennt ihn also?" Beim letzten Satz sah er sich die Decke der Hütte an, kritisch aber nicht abschätzig. Scheint wohl nicht viel mehr erwartet zu haben. Um seinen Hals hängt bei genauerer betrachtung ein Amulett in einem schwarzen Lederbeutel.
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Maylara
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Verfasst: Mi 29. Apr 2009, 15:55 |
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Registriert: Di 8. Jul 2008, 19:54 Beiträge: 330 Wohnort: Bitterfeld-Wolfen (S-A)
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"Ja, ja ich kenne ihn... er ist, sozusagen, ein Freund der Familie. Gütiger Herrscher, weiß was er tut... und mutig auch noch. Aber sagt ihm nicht, dass ich so über ihn rede, er soll nicht denken dass ich ihm allzu freundlich gesonnen wäre." letzteres fügte sie mit einem kratzigen Lachen an, ehe sie auf einen der beiden Stühle deutete. "Setzt Euch, macht es Euch bequem... leider habe ich nur ein Bett zur Verfügung, Ihr habt also die Wahl zwischen dem Fußboden und dem Komposthaufen draußen." Sie saß kurz darauf nochmal zum Fenster hinaus. "Was bringt Ihr ihm denn, einen Panther etwa?" Sollte der Ritter das Tier nicht wollen, so fanden sich sicher genug Leute, die es essen würden.
Das Bett war sauber, lediglich der Tisch war vollgestellt mit einer halb leeren Essensschale, einigen Krügen und Federn sowie einem Tintenfässchen und einem kleinen Stapel billigen Pergamenten. Eines davon war wohl gerade erst beschrieben worden, jedoch fand sich lediglich eine Grußformel darauf, dann war sie vom Lärm draußen unterbrochen worden.
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